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Balkenmäher

Der Balkenmäher ist ein gärtnerisches-, land- und forstwirtschaftliches Gerät, welches als Maschine zum Abmähen von Getreide, von Gras, aber auch von schwachen Gehölzen dient.

Die Schneide- oder Mähvorrichtung ist dabei jeweils an dem charakteristischen Balken angebracht, welcher dieser traditionsreichen Mäh- und Schneidemaschine zugleich auch seinen Namen gab.

Im praktischen Betrieb werden die jeweils zu mähenden Gräser, Pflanzen oder Gehölze dabei nach dem sogenannten Scherenschnittprinzip durch in Dreiecksform gefertigte Messerklingen gegen eine Gegenschneide gedrückt und durch diese abgeschnitten. Damit eine saubere und einwandfreie Schnittleistung erreicht werden kann, muss der Balkenmäher stets in einer bestimmten Grundgeschwindigkeit bewegt werden. Diese Grundgeschwindigkeit richtet sich nach dem durch den Balkenmäher zu schneidenden Material.

Der Balkenmäher muss durch einen Antrieb in Bewegung versetzt und auch in dieser gehalten werden. Hierfür gibt es in der Praxis unterschiedliche Möglichkeiten. So gab es in der Vergangenheit vor allem den Balkenmäher, welche entweder durch diverse Arten von Zugtieren oder aber auch durch den Traktor oder durch den Schlepper über das Feld oder die Wiese gezogen werden musste. Jüngeren Datums sind hingegen diejenigen Balkenmäher, welche über einen Eigenantrieb verfügen oder durch den Motor eines Trägerfahrzeuges in Bewegung versetzt werden können.

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Die Entwicklungsgeschichte des modernen Balkenmähers

Das Vorhandensein antiker Geräte, die auch aus heutiger Sicht bereits als Balkenmäher bezeichnet werden können, ist beispielsweise bereits aus römischer Zeit durch unterschiedliche Grabreliefs und natürlich auch durch entsprechende schriftliche Überlieferungen und Beschreibungen glaubhaft genug bezeugt.

So ist die Nutzung des Balkenmähers, insbesondere zur Ernte von reifem Getreide, definitiv aus der Zeit des antiken Roms bezeugt.

Erste moderne Mähmaschinen, welche ebenfalls zur Ernte von Getreide eingesetzt wurden und auf dem technischen Prinzip des Balkenmähers beruhen, sind aus der Zeit um 1826 herum verbürgt. Seinerzeit entwickelte beispielsweise der schottische Geistliche Patrick Bell eine Mähmaschine zur Getreideernte, welche das Prinzip des Balkenmähers nutzte.

1831 konstruierte Cyrus Hall McCormick eine eigene Getreidemähmaschine, welche mit Fingern und einem Sägemesser ausgestattet war und damit bereits wesentliche technische Elemente und Einrichtungen des modernen Balkenmähers enthielt. Diese in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelte Mähmaschine wurde von ihrem Erfinder im Jahre 1834 offiziell zum Patent angemeldet.

1851 wurde schließlich in der britischen Hauptstadt London eine weitere Maschine zur Grasmahd vorgestellt, welche dem heutigen Balkenmäher entsprach. Mit der Abwanderung vieler Landarbeiter in die profitabler werdende Industrie wurde menschliche Arbeitsleistung in den meisten landwirtschaftlichen Betrieben jedoch immer knapper und musste durch moderne landwirtschaftliche Maschinen ersetzt werden, um die Ernährung der Bevölkerung sicherstellen zu können. Dadurch erst begann letztendlich der Siegeszug des immer noch vergleichsweise recht teuren Balkenmähers.

Dieser Siegeszug des Balkenmähers in den landwirtschaftlichen Betrieben nahezu aller Regionen und Größenordnungen konnte nicht aufgehalten werden und endete im Prinzip erst in den Jahren ab 1963mit der Entwicklung und Einführung der Kreiselmähwerke und der zunehmenden Leistungssteigerung der modernen Schlepper und Traktoren.

Die Arten des Balkenmähers

Im Verlaufe seiner relativ langen Entwicklungsgeschichte und Ingebrauchnahme haben sich jeweils unterschiedlichste Typen des modernen Balkenmähers in den landwirtschaftlichen Betrieben durchgesetzt. Dabei handelt es sich im Allgemeinen:

  • um den Doppelmessermähbalken
  • den Fingermähbalken
  • die Mähmaschine
  • das Anbaumähwerk
  • den Motormäher.

Der Doppelmessermähbalken

Jeder Doppelmessermähbalken besitzt grundsätzlich zwei scharfe Klingen. Doppelmessermähbalken waren verbreitet in kleineren Kommunen, bei kleinen Landwirten sowie bei breitspurigen Zweiachsmähern, welche Hanglagen zu bewirtschaften hatten.

Der Doppelmähmesserbalken ließ sich überwiegend störungs- und verstopfungsfrei betreiben, was für seine Nutzer einen unerhörten Vorteil bei der Ernte darstellte. Allerdings machte dieser Vorteil wiederum einen deutlich erhöhten Wartungs- und Pflegeaufwand der betreffenden Maschinen erforderlich. Insbesondere bei liegenden Grasflächen oder Getreideflächen konnte mit dem Gerät allerdings kaum die geforderte hohe Schnittqualität erreicht werden.

Es gab den Doppelmessermähbalken in einer Ausführung mit einer feststehenden und einer beweglichen Messerklinge sowie mit zwei beweglichen Messerreihen.

Der Fingermähbalken

Der Fingermähbalken besitzt grundsätzlich scharfe Klingen, welche im Betrieb an stumpfen Fingern vorbei geführt werden. Dadurch ist der Fingermähbalken nämlich in der Lage, Gras- und auch Getreidehalme möglichst exakt abzuschneiden. Er stellte die in der Landwirtschaft am weitesten verbreitete Technik für den Balkenmäher dar und erwies sich insbesondere auch als relativ unempfindlich gegenüber Steinen.

Weil er über relativ bewegliche Teile verfügt, gestaltete sich die Wartung des Fingermähbalkens vergleichsweise einfach.

Die Mähmaschine

Die Mähmaschine wurde zunächst von landwirtschaftlichen Nutztieren über Feld oder Wiese gezogen. Die Räder trieben dabei das Mähwerk an, was die Schwerzügigkeit des Gerätes implizierte und zu dessen Bewegung in der Regel zwei Pferde erforderlich machte.

Für kleinere Bauern mit nur einem einzigen Pferd im Besitz blieb die Mähmaschine daher lange Zeit zunächst unerschwinglich. In den 1920er Jahren wurden die Geräte schließlich modifiziert und so konnten sie schließlich von einem Traktor gezogen werden. Nach etwa 100 Jahren ihrer intensiven Nutzung endete die Zeit der Mähmaschinen schließlich in den 1950er Jahren endgültig.

Das Anbaumähwerk

Traktoren und Schlepper, welche mit sogenannten Nebenabtrieben in Gestalt von Zapfwellen oder auch von Mähwerkkurbeln ausgestattet worden waren, eigneten sich für die Implementierung des sogenannten Anbaumähbalkens. Dieser konnte entweder rechts oder schwenkbar montiert werden und ermöglichte so das Mähen und Laden des Grases zur täglichen Fütterung des Nutzviehs. Besonders fand das Anbaumähwerk ab den 1960er Jahren beim Ladewagen Eingang.

Der Motormäher

Der Motormäher wurde bereits im Jahre 1920 als handgeführte und von einem Motor angetriebene Mähmaschine durch einen ambitionierten Schweizer Bauernsohn entwickelt und schließlich zum Patent angemeldet. Mit frühen Motormähern waren in den 1930er Jahren bereits Arbeitsbreiten von bis zu 2 m realisierbar. Vor allem im Alpenraum setzten sich die Motormäher zusehends durch. Durch ihren signifikant niedrigen Schwerpunkt ließen sie sich nämlich mit großem Erfolg auch an den regionaltypischen Steilhängen einsetzen. Sie entwickelten sich hier zielgerichtet zum Einachsschlepper weiter.

Heutige Nutzung

Balkenmäher sind heute vor allem noch als Anbaumähwerke im Betrieb. Besonders beliebt sind sie in solchen landwirtschaftlichen Betrieben, welche noch täglich frisches Grün- und Nassfutter für ihre Viehbestände von der Wiese oder vom Feld holen müssen.

Balkenmäher als handgeführte Motormäher sind jedoch in solchen Regionen auch aktuell noch präsent, in denen der Einsatz modernster Technik unmöglich wird, so beispielsweise im Gebirge.

Messerbalken finden hingegen auch bei modernen Mähdreschern in den Mähbalken Verwendung. Hier ist ein sauberer Schnitt eher von untergeordneter Bedeutung.

In der Bundesrepublik Deutschland wird der Balkenmäher vor allen im Bayern, in Baden-Württemberg genutzt.

Letzte Aktualisierung am 22.11.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API